Anbau oder Aufstockung: Holzrahmen, CLT oder Massivbau?
Ob neues Kinderzimmer, Büro oder Einliegerwohnung: Ein Anbau oder eine Aufstockung schafft Platz, ohne dass Sie umziehen müssen. Eine der ersten Entscheidungen ist die Bauweise. Sie beeinflusst Bauzeit, Gewicht, Schallschutz und Kosten.
Zuerst: Was trägt das Gebäude?
Vor jeder Entscheidung steht die Statik. Besonders bei einer Aufstockung muss geprüft werden, ob Wände, Decken und Fundament die zusätzliche Last tragen. Davon hängt oft schon ab, welche Bauweise überhaupt infrage kommt.
Holzrahmenbau
Beim Holzrahmenbau werden Wände aus einem Holzständerwerk gebaut, gedämmt und beplankt. Die Elemente können weitgehend vorgefertigt werden.
- Geringes Gewicht – ideal für Aufstockungen
- Kurze Bauzeit auf der Baustelle, trockene Bauweise
- Sehr gute Dämmwerte bei schlanken Wänden
CLT (Brettsperrholz)
CLT besteht aus kreuzweise verleimten Holzlagen. Die massiven Wand- und Deckenelemente werden passgenau im Werk gefertigt und vor Ort in kurzer Zeit montiert – oft mit dem Kran.
- Hohe Tragfähigkeit bei vergleichsweise geringem Gewicht
- Sehr schnelle Montage, wenig Lärm und Schmutz
- Nachwachsender Baustoff mit angenehmem Raumklima
Massivbau
Der klassische Massivbau mit Mauerwerk und Beton passt optisch und technisch gut zu einem bestehenden Massivhaus. Er ist schwerer und braucht mehr Bauzeit, bietet dafür aber Vorteile bei Schallschutz und Speichermasse.
- Guter Schallschutz und hohe Speichermasse
- Robust und langlebig
- Vertraute Bauweise mit vielen ausführenden Betrieben
Welche Bauweise passt?
Für Aufstockungen ist Holz wegen des geringen Gewichts häufig die erste Wahl. Bei Anbauten am Massivhaus sind alle drei Varianten möglich. Entscheidend sind die Statik, der Zeitplan, das Budget und Ihre Wünsche an Raumklima und Optik. In den meisten Fällen ist außerdem eine Baugenehmigung nötig.