Zum Inhalt springen
Energie

Fenstertausch richtig planen: Wärmeschutz, Lüftung und Schimmel vermeiden

Neue Fenster gehören zu den Maßnahmen, die Eigentümer besonders schnell spüren: Es zieht nicht mehr, es ist leiser und die Räume wirken behaglicher. Gleichzeitig verändert ein Fenstertausch das Raumklima. Wer das bei der Planung berücksichtigt, vermeidet Feuchteschäden und ärgerliche Nacharbeiten.

Uwe Athanasios MenserProjektleiter30.09.20264 Min. Lesezeit
Fertig sanierter, heller Raum mit Dachschräge

Wärmeschutz: worauf es beim Fenster ankommt

Die Dämmwirkung eines Fensters wird meist mit dem Uw-Wert angegeben. Er beschreibt, wie viel Wärme durch das gesamte Fenster – Glas und Rahmen zusammen – verloren geht. Je niedriger der Wert, desto besser. Achten Sie im Angebot darauf, dass der Wert für das ganze Fenster gilt und nicht nur für die Verglasung.

Ob Zweifach- oder Dreifachverglasung sinnvoll ist, hängt von Ihrem Haus, der Ausrichtung der Fenster und Ihren weiteren Plänen ab. Bei einer geplanten Förderung gelten zudem Mindestanforderungen an den Wärmeschutz, die sich ändern können. Prüfen Sie diese vor der Bestellung.

Neben dem Wärmeschutz lohnt ein Blick auf weitere Eigenschaften: Schallschutz an lauten Straßen, Einbruchschutz im Erdgeschoss und ein Sonnenschutz für große Süd- und Westfenster. Diese Punkte lassen sich beim Austausch meist mit wenig Mehraufwand berücksichtigen, später dagegen nur schwer nachrüsten.

Mindestens genauso wichtig wie das Fenster selbst ist der Einbau. Ein gutes Fenster, das schlecht eingebaut ist, verliert einen großen Teil seines Vorteils. Undichte Anschlüsse führen zu Zugluft, Wärmeverlust und im ungünstigen Fall zu Feuchte in der Wand.

Der Einbau entscheidet: Anschlüsse und Lage in der Wand

Fachgerecht eingebaute Fenster sind innen luftdicht und außen schlagregendicht angeschlossen, während die Fuge dazwischen gedämmt ist. Dieses Prinzip sorgt dafür, dass warme, feuchte Raumluft nicht in die Fuge gelangt und dort abkühlt.

  • Innen: luftdichter Anschluss an das Mauerwerk, etwa mit geeigneten Folien oder Dichtbändern
  • Mitte: vollständig gedämmte Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk
  • Außen: schlagregendichter, aber diffusionsoffener Anschluss
  • Unten: sauber abgedichteter Anschluss der Fensterbank
  • Rollladenkasten: Dämmung und Abdichtung gleich mit prüfen

Auch die Lage in der Wand spielt eine Rolle. Ist eine Fassadendämmung geplant – heute oder in einigen Jahren –, sollten die Fenster so positioniert werden, dass die Dämmung später sauber anschließen kann. Andernfalls entstehen Wärmebrücken an der Laibung, die schwer zu beheben sind.

Warum nach dem Fenstertausch Schimmel entstehen kann

Alte Fenster waren häufig undicht. Das war energetisch ungünstig, hat aber dafür gesorgt, dass ständig ein wenig Luft ausgetauscht wurde. Mit neuen, dichten Fenstern entfällt dieser ungewollte Luftwechsel. Die Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen, Atmen und Wäschetrocknen bleibt im Raum, wenn nicht ausreichend gelüftet wird.

Dazu kommt ein physikalischer Effekt: Früher war das Fenster oft die kälteste Stelle im Raum, an der sich Feuchtigkeit als Kondenswasser niederschlug – sichtbar und leicht abzuwischen. Nach dem Tausch ist die Scheibe wärmer als manche Außenwand. Die Feuchtigkeit schlägt sich dann an kühlen Wandflächen, Ecken oder Laibungen nieder, wo sie oft erst bemerkt wird, wenn sich Schimmel zeigt.

Das bedeutet nicht, dass neue Fenster ein Risiko sind. Es bedeutet nur, dass sich das Lüften an die neue Situation anpassen muss.

Lüftungskonzept: wann es nötig ist und was es leistet

Werden in einem Gebäude größere Teile der Fenster ausgetauscht, sollte geprüft werden, ob der notwendige Luftaustausch noch ohne Weiteres sichergestellt ist. Dafür gibt es ein anerkanntes Verfahren nach DIN 1946-6. Es ermittelt, ob reines Fensterlüften ausreicht oder ob lüftungstechnische Maßnahmen sinnvoll sind.

Das Ergebnis muss nicht gleich eine aufwendige Lüftungsanlage sein. Je nach Haus und Nutzung kommen verschiedene Lösungen infrage:

  • Bewusstes Stoß- und Querlüften mehrmals täglich, abgestimmt auf die Nutzung
  • Fensterfalzlüfter, die einen geringen, dauerhaften Luftwechsel ermöglichen
  • Einzelraumlüfter in Bad, Küche oder Schlafzimmer, teils mit Wärmerückgewinnung
  • Zentrale Lüftungsanlage, vor allem bei umfassender Sanierung

Welche Lösung passt, hängt von der Größe des Hauses, der Anzahl der Bewohner, der Dichtheit der übrigen Gebäudehülle und Ihren Komfortansprüchen ab. Bei vermieteten Wohnungen ist eine verlässliche Lösung besonders wichtig, weil das Lüftungsverhalten der Bewohner nicht beeinflussbar ist.

Planung und Ablauf

Ein Fenstertausch lässt sich in bewohnten Häusern meist raumweise und mit überschaubarer Belastung umsetzen. Planen Sie dennoch ausreichend Zeit für Aufmaß, Fertigung und Einbau ein – zwischen Bestellung und Montage vergehen häufig mehrere Wochen.

Klären Sie vorab, wer für Innenputz, Fensterbänke und Malerarbeiten an den Laibungen zuständig ist. Diese Arbeiten werden in Angeboten gern ausgeklammert und fallen dann unerwartet zusätzlich an. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Vorgaben im Bebauungsplan sollten Sie vor der Bestellung mit dem Bauamt sprechen.

Über den Autor
Uwe Athanasios MenserProjektleiter

Uwe begleitet Sanierungen vom ersten Gespräch bis zur Übergabe und kümmert sich darum, dass Förderung, Planung und Handwerk zusammenpassen.

Uwe Athanasios Menser, Projektleiter bei Sanierungspartner Nord
Uwe Athanasios MenserProjektleiter
Direkt anrufen0177 2842989E-Mail schreibenmenser@sanierungspartner-nord.de
Wulmstorfer Straße 46, 27321 ThedinghausenMo–Fr, 8–18 Uhr
Kontakt

Fragen zu Ihrem Vorhaben?

Uwe beantwortet Ihre Fragen persönlich – kostenlos und unverbindlich.

Kostenlose Beratung anfragen

Ein paar Angaben genügen – Uwe meldet sich persönlich bei Ihnen.

Worum geht es?