Instandhaltung im laufenden Betrieb: Arbeiten in Pflegeeinrichtungen und Kliniken
In einer Pflegeeinrichtung oder Klinik lässt sich der Betrieb für Instandhaltungsarbeiten nicht einfach unterbrechen. Bewohner, Patienten und Personal sind rund um die Uhr im Haus, und viele von ihnen sind besonders schutzbedürftig. Damit Arbeiten trotzdem reibungslos laufen, braucht es eine sorgfältige Vorbereitung und klare Absprachen.
Abstimmung vor dem ersten Handgriff
Der wichtigste Schritt passiert lange vor Arbeitsbeginn: das Gespräch mit der Einrichtung. Haustechnik, Pflegedienstleitung, Hygienebeauftragte und gegebenenfalls die Stationsleitungen haben jeweils eigene Anforderungen. Wer sie früh an einen Tisch bringt, vermeidet spätere Überraschungen.
Geklärt werden sollte unter anderem, welche Bereiche betroffen sind, zu welchen Zeiten gearbeitet werden darf und wer im Haus der feste Ansprechpartner ist. Ebenso wichtig: Wie werden Bewohner, Patienten und Angehörige informiert? Ein kurzer Aushang oder eine Information über die Stationen nimmt vielen Menschen die Unsicherheit.
Gerade in Kliniken kommt hinzu, dass sensible Bereiche wie Intensivstationen, OP-Trakte oder Isolierzimmer besondere Regeln haben. Hier entscheidet die Einrichtung, ob und unter welchen Bedingungen gearbeitet werden darf. Für die Planung heißt das: Diese Bereiche früh identifizieren und Arbeiten dort gegebenenfalls in Zeiten verlegen, in denen sie weniger stark genutzt werden.
- Feste Ansprechpartner auf beiden Seiten mit Erreichbarkeit benennen
- Arbeitszeiten an Pflegeabläufe, Mahlzeiten und Ruhezeiten anpassen
- Zugangswege, Aufzugsnutzung und Lagerflächen für Material festlegen
- Abschnitte und Reihenfolge der Arbeiten verbindlich planen
- Informationswege für Bewohner, Patienten und Personal klären
Hygiene: Staub und Schmutz vom Betrieb trennen
In Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen gelten erhöhte Hygieneanforderungen. Welche Maßnahmen im Einzelfall nötig sind, legt die Einrichtung in ihren Hygieneplänen fest – oft in Abstimmung mit den eigenen Hygienefachkräften. Für die ausführenden Handwerker heißt das: Die Vorgaben des Hauses sind verbindlich und werden vor Arbeitsbeginn gemeinsam besprochen.
In der Praxis bedeutet das häufig, Arbeitsbereiche staubdicht abzutrennen, etwa mit Schutzwänden und Folienschleusen. Staubarme Werkzeuge mit Absaugung, regelmäßige Zwischenreinigung und das Abdecken von Lüftungsöffnungen gehören ebenfalls dazu. Bauschutt und Material sollten auf festgelegten Wegen transportiert werden, möglichst nicht durch sensible Bereiche und nicht zu Zeiten, in denen dort Essen verteilt oder Pflege geleistet wird.
Auch die Kleidung und das Verhalten der Handwerker spielen eine Rolle. Saubere Arbeitskleidung, Schuhüberzieher in bestimmten Bereichen und kurze Einweisungen durch das Haus sorgen dafür, dass alle wissen, was erwartet wird.
Lärm und Erschütterungen begrenzen
Lärm ist für Menschen in Pflegeeinrichtungen und Kliniken besonders belastend. Viele Bewohner sind auf Ruhe angewiesen, Patienten erholen sich von Eingriffen, und auch für das Personal bedeutet Baulärm zusätzlichen Stress. Ganz vermeiden lässt sich Lärm bei Instandhaltungsarbeiten nicht – aber er lässt sich planen.
Bewährt hat sich, laute Arbeiten wie Stemmen, Bohren oder Schleifen auf feste Zeitfenster zu legen, die mit der Einrichtung abgestimmt sind. Leisere Tätigkeiten können dann außerhalb dieser Fenster erfolgen. Wo es möglich ist, helfen lärmarme Verfahren und Geräte. Wichtig ist auch, kurzfristige Änderungen sofort mitzuteilen, damit sich die Stationen darauf einstellen können.
Neben Lärm sollte auch an Gerüche gedacht werden, etwa durch Farben, Kleber oder Abdichtungsmaterialien. Emissionsarme Produkte, gute Lüftung des Arbeitsbereichs und geschlossene Türen zu angrenzenden Räumen helfen, die Belastung für Bewohner und Patienten gering zu halten.
Fluchtwege und Sicherheit jederzeit gewährleisten
In Gebäuden, in denen sich viele Menschen mit eingeschränkter Mobilität aufhalten, haben Flucht- und Rettungswege oberste Priorität. Sie müssen während der gesamten Bauzeit frei und nutzbar bleiben. Material, Werkzeug und Container dürfen weder Flure noch Treppenhäuser oder Ausgänge versperren – auch nicht „nur kurz“.
Wenn Arbeiten einen Fluchtweg berühren, etwa bei Türen, Brandschutzabschlüssen oder Fluren, müssen vorab Ersatzlösungen mit der Einrichtung und den zuständigen Stellen abgestimmt werden. Brandschutztüren dürfen nicht dauerhaft offen gehalten werden, Brandmeldeanlagen werden nur in Abstimmung mit dem Haus und nach dessen Regeln vorübergehend abgeschaltet. Am Ende jedes Arbeitstags sollte der Bereich in einem sicheren Zustand übergeben werden.
Kurze Wege durch einen Ansprechpartner
Je mehr Gewerke beteiligt sind, desto wichtiger wird eine zentrale Koordination. Wenn die Einrichtung nur einen Ansprechpartner hat, der Termine, Hygienemaßnahmen und Abschnitte für alle Gewerke steuert, sinkt der Abstimmungsaufwand für das Haus erheblich. Probleme werden schneller gelöst, und das Personal kann sich auf seine eigentliche Aufgabe konzentrieren: die Versorgung der Menschen.
Wenn in Ihrer Einrichtung Instandhaltungsarbeiten anstehen, besprechen wir die Rahmenbedingungen gern in einem kostenlosen Erstgespräch.